16. Dezember 2026
Die australische Forschungsarbeit, die Menschen mit Motoneuronerkrankungen dabei helfen soll, mobil zu bleiben, testet derzeit KI, um die Unterstützung individuell anzupassen.
Forscher der University of Queensland haben ein tragbares Roboter-Exoskelett entwickelt, das Menschen mit Motoneuronerkrankungen dabei hilft, über einen längeren Zeitraum zu gehen. Es ist geplant, KI-Funktionen zu integrieren, um die Unterstützung individuell anzupassen.
Die Entwicklung ist Teil des von der ALS Association finanzierten Projekts iMOVE-MND, dass die Auswirkungen und die Machbarkeit von tragbaren Robotergeräten als Mobilitätshilfe für Menschen mit MND untersucht. MND ist eine Gruppe seltener neurodegenerativer Erkrankungen, die selektiv Motoneuronen befallen, welche die willkürlichen Muskeln des Körpers steuern.
„Das Gerät ist das erste seiner Art in Australien und weltweit erstmals an Teilnehmern mit MND getestet“, erklärte Dr. Taylor Dick, außerordentlicher Professor der UQ School of Biomedical Sciences, der das Projekt leitet.
WIE ES FUNKTIONIERT
Das Gerät besteht aus einem leichten, kabellosen, am Körper tragbaren System mit einer kleinen, an der Taille befestigten Einheit, in der die Steuerelektronik, Mini-Motoren und Batterien untergebracht sind. Diese Einheit ist über Kabel mit den Knöchelgelenken verbunden, über die die mechanische Unterstützung übertragen wird. Die Einheit nutzt Sensoren, um Kraft durch den Fuß zu erkennen, und bietet schrittweise mechanische Unterstützung für die Plantarflexion des Sprunggelenks und Dorsalflexion beim Gehen.
Das tragbare Exoskelett wird außerdem mit einer begleitenden mobilen Anwendung geliefert.
Das Ziel ist es, den Nutzern mehr Schritte an einem Tag zu ermöglichen und gleichzeitig Müdigkeit zu minimieren, so Dr. James Williamson, Postdoktorand der UQ School of Biomedical Sciences, der die technische Entwicklung des tragbaren Exoskeletts leitet.
Eine zweite Generation des tragbaren Exoskeletts wird nun getestet, sagte er gegenüber Mobihealth News, mit verbesserten Sensoren und maschinellem Lernen zur personalisierten Unterstützung.
„Dieses aktualisierte Design basiert auf Nutzerfeedback, das wir von unserem Gerät der ersten Generation erhalten haben. Zu den Verbesserungen gehören Hardwareänderungen, die das Gerät leichter und ergonomischer machen, sowie Software-Updates, die die Unterstützung am Knöchel verbessern.“
„Frühes Feedback von Teilnehmern, die dieses aktualisierte Gerät getragen haben, war äußerst ermutigend“, erklärte er.
Maschinelles Lernen, erklärte er, wurde eingesetzt, um ein Exoskelett-Steuerungssystem zu entwickeln, das besser auf Herausforderungen in der Umgebung reagiert. „Unsere umfassenden 3D-Ganganalyseansätze werden die Entwicklung dieser Methoden des maschinellen Lernens unterstützen“, fügte er hinzu.
Zukünftige Implementierungen, so erklärte er gegenüber dieser Publikation, „könnten es Nutzern ermöglichen, das Gerät über Sprachbefehle zu steuern, was für diejenigen von Vorteil wäre, denen die Bedienung eines Smartphones Schwierigkeiten bereitet“.
Das Forschungsteam der UQ plant außerdem, das Gerät über längere Zeiträume zu testen, um die Leistung im Verlauf der MND zu verfolgen. Teil dieses Tests ist eine 3D-Ganganalyse, die eine optische 3D-Bewegungserfassung, in ein Laufband integrierte Kraftmessplatten und Elektromyographie umfasst.
DER MEHR ALLGEMEINE TREND
Roboter-Exoskelette werden derzeit weit verbreitet in der Rehabilitation eingesetzt, um die Mobilität wiederherzustellen. Forscher der Hong Kong Polytechnic University stellten beispielsweise 2023 ein mobiles „Knöchel-Fuß-Exoneuromuskuloskelett“ vor, das speziell zur Unterstützung der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten mit Hemiplegie entwickelt wurde. Im vergangenen Jahr brachte der koreanische Roboterhersteller WIRobotics ebenfalls ein tragbares, KI-gestütztes Exoskelett zur Gangunterstützung auf den Markt, das ebenfalls für Senioren und Menschen entwickelt wurde, die sich von Verletzungen der unteren Körperhälfte erholen. Das chinesische Unternehmen RoboCT entwickelt außerdem ein Rehabilitationsexoskelett, das Menschen mit Verletzungen der unteren Gliedmaßen beim Wiedererlernen des Gangverhaltens hilft.
Prof. Dick sagte, sie hätten das Konzept „anders angewandt, um Menschen mit MND zu helfen, während der Krankheit fortschreitet, ihre Gehfunktion und Unabhängigkeit zu bewahren.“
„Wir werden weiterhin eng mit der MND-Gemeinschaft zusammenarbeiten, um die Zugänglichkeit dieser Technologien zu verbessern“, sagte Dr. Williamson.
Das iMOVE-MND-Projekt kommt auch zu einem Zeitpunkt, an dem die UQ Anfang dieses Jahres das Centre for Motor Neurone Disease Research vorgestellt hat. Es gilt als erstes Zentrum in Australien das Forschung, translationale Versorgung und klinische Studien zu MND integriert.
Übersetzung: Marijke Praet
Quelle: Die University of Queensland
