Im Winter ist die Wahrscheinlichkeit, dass ALS-Patienten Infektionen an der Lunge entwickeln und Atemprobleme haben, viel höher als bei anderen Menschen, da sie nicht husten und Sekrete abhusten können. 

Es ist daher sehr wichtig, eine Infektion der Lunge zu verhindern!

Hier sind einige Vorschläge, um häufige Atemwegsinfektionen zu verhindern:

  • Schützen Sie sich, halten Sie Abstand zu Menschen mit Symptomen wie laufender Nase, Niesen, Husten und/oder Fieber.  Virusinfektionen sind ansteckend und können zu bakteriellen Infektionen führen.
  • Haben Sie 1 der folgenden Symptome? 
    38 Grad und mehr Fieber, gelber oder grünerNasenausfluss, Bronchialsekrete für mehrere aufeinanderfolgende Stunden, Schmerzen auf Höhe der Nasennebenhöhlen, Ansammlung von Schmutz in der Brust, konsultieren Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt!
  • Versuchen Sie, so aktiv wie möglich zu bleiben und Übungen zu machen, die innerhalb Ihrer eigenen Grenzen liegen. Aktiv zu sein und regelmäßig die Position zu wechseln, hilft dir, die Lunge offen zu halten. Sogar das Drehen im Bett kann helfen.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Impfung gegen Lungenentzündung. Eine Grippeimpfung kann auch sehr nützlich sein, aber fragen Sie auch Ihren Arzt um Rat. 
  • Vermeiden Sie Infektionen durch Aspiration von Mundinhalt (Speichel, Essen, Trinken).
  • Um die Lunge erweitert zu halten, kann eine nicht-invasive Beatmung (BiPAP) erforderlich sein.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Neurologen über Medikamente und Behandlungen, die die Ansammlung von Speichel im Mund reduzieren können. 

Manchmal ist eine Atemwegsinfektion trotz aller Präventionsbemühungen plötzlich da. Achten Sie in diesem Fall unbedingt auf folgende Dinge:

  • Oft reichen Antibiotika allein nicht aus, um die Lungenentzündung zu heilen. Der ALS-Patient benötigt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und tiefes Husten, um die Lunge zu erweitern und die Atemwege zu reinigen. Dies kann eine intensive Therapie und einen Krankenhausaufenthalt erfordern.
  • Langfristig kann die Hilfe von Geräten erforderlich sein, um die Sekrete zu lösen und die Atemwege zu reinigen. Ein „Hustenhilfegerät“ (auch bekannt als „mechanischer Insufflator-Exsufflator“) kann von einem Arzt verschrieben werden, und ein Atemtherapeut kann Hilfe und Anweisungen für seine Verwendung geben. Das Gerät setzt das Sekret in Bewegung und hilft beim Abhusten. Es gibt auch eine externe vibrierende Weste, die hilft, hartnäckigen Schleim zu lösen. Es wird oft zusätzlich zu einem „Hustenhilfegerät“ verwendet. 
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Eine Atemwegsinfektion kann ein erhebliches Risiko darstellen und dem ALS-Patienten erhebliche Beschwerden bereiten und letztendlich eine spezialisierte Behandlung durch einenNeurologen oder einen Lungenspezialisten erfordern. Ihr erster Ansprechpartner ist immer Ihr Hausarzt als wichtiges Mitglied Ihres Gesundheitsteams. Halten Sie Ihren Arzt über Ihre ALS-Situation auf dem Laufenden, damit er im Falle einer Lungenentzündung bereit ist, die Behandlung in Absprache mit dem ALS-Neurologen und anderen Spezialisten zu beginnen.