29. April 2026
Forscher des ALS-Zentrums haben entdeckt, dass die Ergebnisse von Studien zu ALS-Behandlungen auf viele verschiedene Arten analysiert werden. Dadurch ist es schwierig, Studien miteinander zu vergleichen. Es gibt weniger Sicherheit über die Ergebnisse, die zeigen müssen, ob eine Behandlung wirkt oder nicht. Diese Erkenntnisse wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift Neurology veröffentlicht.
Bei der statistischen Analyse verwenden Forscher Rechenmethoden, um große Mengen an Studienergebnissen zu betrachten. So sehen sie, ob eine Behandlung tatsächlich Wirkung zeigt. Eine internationale Arbeitsgruppe wurde gegründet, um gemeinsame Vereinbarungen über die Analyse klinischer Studienergebnisse zu treffen.
Messinstrumente in klinische Forschungen
In klinischen Studien sind Messinstrumente, die den Krankheitsverlauf abbilden, entscheidend, um die mögliche Wirkung einer Behandlung zu messen. Ein häufig verwendetes Messinstrument in der ALS-Forschung ist die ALSFRS-R (ALS Functional Rating Scale Revised). Dieser Fragebogen misst, wie jemand mit ALS im Laufe der Zeit funktioniert, beispielsweise in den Bereichen Sprache, Schlucken, Atmung und körperliche Aktivität. Mit Instrumenten wie der ALSFRS-R können Forscher alle auf die gleiche Weise den Krankheitsverlauf bei Patienten messen. Doch gemeinsame Vereinbarungen über die statistische Analyse fehlen.
Die Forschung
Forscher des ALS-Zentrums haben abgeschlossene ALS-Studien untersucht, um zu sehen, wie die Ergebnisse der ALSFRS-R analysiert werden. Diese Forschung ist Teil von GoALS, einem mehrjährigen Forschungsprogramm zur Suche nach Behandlungen für ALS. Insgesamt haben die Forscher 45 Studien betrachtet. Insgesamt überprüften die Forscher 45 Studien. Insgesamt nahmen 7.338 Patienten an diesen Studien teil.
Viel verscheidene Analysemethoden
Die Forscher stellten fest, dass die ALSFRS-R in nicht weniger als 39 verschiedenen Weisen in den unterschiedlichen Studien analysiert wurde. Wie kommt das? Da Patienten versterben oder sich zurückziehen, fehlen in klinischen Studien oft Daten. Um das Problem dieser fehlenden Daten zu lösen, wählen Forscher verschiedene Analysemethoden. Diese Unterschiede in der Herangehensweise erschweren den Vergleich von Studien.
Darüber hinaus wurde in mehr als der Hälfte der betrachteten Studien (55,6%) nicht auf alle verfügbaren ALSFRS-R-Messungen zurückgegriffen. Das bedeutet, dass nicht alle Patientendaten optimal genutzt wurden. Dies führt zu geringerer statistischer Präzision, was bedeutet, dass weniger Sicherheit über die Ergebnisse der Studie besteht. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass 38,9% der verwendeten Analysemethoden das Risiko von falsch-positiven Ergebnissen erhöhten: Behandlungen könnten dadurch fälschlicherweise als wirksam eingestuft werden, obwohl sie es nicht sind.
Internationale Zusammenarbeit
Um gemeinsame Vereinbarungen über die statistische Analyse von Messinstrumenten wie dem ALSFRS-R zu treffen, haben die Forscher eine internationale Arbeitsgruppe gegründet. Das Ziel: Patientendaten besser nutzen und schneller wirksame Behandlungen für ALS finden. Die Lehren aus dieser Studie gehen über ALS-Studien allein hinaus: gemeinsame Vereinbarungen zur statistischen Analyse sind in der gesamten Welt der klinischen Forschung wichtig.
Übersetzung: Viviane
Quelle: ALS Centrum nieuwsbrief
