25. Juni 2026
Erster Patient erhielt eine Dosis LTX-002; die Studie rekrutiert derzeit Teilnehmer an zwei Standorten
- Im Rahmen einer klinischen Studie in Europa werden derzeit die Sicherheit und die pharmakologischen Eigenschaften von LTX-002 als potenzielle Therapie für ALS untersucht..
- Die neue Therapie richtet sich gegen den dysregulierten Fettstoffwechsel, einen Hauptverursacher für Nervenschäden.
- Der Entwickler Leal Therapeutics hofft, dass der Behandlungskandidat, ein ASO, dazu beitragen wird, den Schweregrad der Erkrankung bei Menschen mit ALS zu lindern.
Im Rahmen einer klinischen Phase-1/2-Studie zur Untersuchung von LTX-002 von Leal Therapeutics – einem Antisense-Oligonukleotid, das auf Anomalien im Fettstoffwechsel abzielt, die möglicherweise zur amyotrophen Lateralsklerose (ALS) beitragen – wurde dem ersten Patienten das Präparat verabreicht.
Die NeurALS-Studie (NCT07660614) rekrutiert nun schätzungsweise 56 Erwachsene mit ALS an zwei Standorten in Europa, mit Plänen, drei weitere Studienstandorte hinzuzufügen. Die ersten beiden Standorte befinden sich in den Niederlanden und Schweden, weitere Rekrutierungen werden in Zentren in Italien und Deutschland erwartet.
Im Rahmen der Studie werden die Sicherheit, Verträglichkeit und pharmakologischen Eigenschaften von LTX-002 bei mehreren, schrittweise erhöhten Dosierungen untersucht; außerdem sollen die Auswirkungen der experimentellen Therapie auf Indikatoren für den Schweregrad der Erkrankung untersucht werden, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht, in der bekannt gegeben wurde, dass die Studie nun angelaufen ist.
„ALS-Patienten haben zu wenige Optionen, und neuere Kenntnissen deuten eindeutig auf eine dysregulierte Lipidstoffwechselstörung als Treiber der Degeneration hin“, sagte Asa Abeliovich, PhD, CEO und Gründer von Leal. „Die Dosierung unseres ersten Patienten mit LTX-002 ist der erste echte Test dieses Ansatzes bei Menschen und ein bedeutender Meilenstein sowohl für Leal als auch für die ALS-Community.“
Die Studie verbindet Protein, Fettregulator mit Nervenzellschäden bei ALS
Obwohl die genauen Ursachen von ALS nicht vollständig verstanden sind, wird angenommen, dass Störungen im Stoffwechsel von Sphingolipiden und Ceramiden, zwei Fettmolekülklassen, zu Schäden an Nervenzellen beitragen.
In einigen Fällen stehen diese Anomalien im Zusammenhang mit Mutationen im SPTLC1-Gen, das für ein gleichnamiges Protein codiert. SPTLC1 ist ein Bestandteil der Serinpalmitoyltransferase (SPT), einem wichtigen Enzym, das am ersten Schritt der Sphingolipidproduktion beteiligt ist.
NeurALS ist die erste Studie am Menschen, die LTX-002 als ALS-Therapie testet
LTX-002 ist ein Antisense-Oligonukleotid (ASO), ein kurzer Strang genetischen Materials, der darauf ausgelegt ist, die Produktion von SPTLC1 zu reduzieren, indem es dessen Boten-RNA anvisiert, ein Molekül, das als Vorlage für die Proteinbildung dient. Durch die Senkung der SPT-Aktivität zielt die Therapie darauf ab, die Ansammlung potenziell schädlicher Sphingolipide und Ceramide, die mit Nervenzellschäden bei ALS in Verbindung stehen, zu verringern..
Laut Leal wurde eine abnormale Ansammlung von Sphingolipiden und Ceramiden sowohl in sporadischen als auch in familiären ALS-Formen beobachtet, was darauf hindeutet, dass LTX-002 einer breiten Palette von ALS-Patienten zugutekommen könnte. Das Unternehmen sammelte zuvor 45 Millionen US-Dollar ein, um LTX-002 in klinische Studien für ALS einzubringen.
Präklinische Daten vom letzten Jahr zeigten, dass LTX-002 nach der direkten Verabreichung in den Wirbelsäulenkanal bei nichtmenschlichen Primaten wichtige Bereiche des Gehirns und Rückenmarks erreichte. Die Therapie senkte außerdem die Sphingolipid- und Ceramidspiegel ohne nennenswerte Sicherheitsbedenken.
Teilnehmer an NeurALS – die erste Studie am Menschen, die die Therapie testet – werden zufällig LTX-002 in verschiedenen Dosierungsstufen oder einem Placebo zugeteilt. Die Therapie wird direkt in den Rückenkanal per intrathekaler Injektion verabreicht, wobei jeder Patient laut Entwickler innerhalb von etwa drei Monaten drei Injektionen erhält.
Das Hauptziel der Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit von LTX-002 über etwa sechs Monate zu bewerten, während sekundäre Ziele die Bestimmung der Pharmakokinetik von LTX-002, also der Bewegung im Körper, sowie der Pharmakodynamik, also der Wirkung im Körper.
Die Forscher werden außerdem Veränderungen der SPTLC1- und Sphingolipidspiegel in Blut und Rückenmarksflüssigkeit sowie explorative Messungen wie tägliche Funktion, Muskelkraft, Lungenfunktion und Sprache bewerten. Veränderungen der Neurofilament-Lichtkettenniveaus, ein Marker für Nervenschäden, werden ebenfalls bewertet.
Übersetzung: Marijke Praet
Quelle: ALS News Today
