17. März 2026
Acurastem wird in Zusammenarbeit mit akademischen Forschungslabors eine auf SYF2 basierende Therapie untersuchen
- Acurastem erhielt eine Förderung zur Entwicklung von Therapien gegen ALS, die auf das SYF2-Gen abzielen.
- ALS enthält toxische TDP-43-Proteinklumpen, und SYF2 hilft, die Funktion von TDP-43 zu regulieren.
- Das Projekt wird Antisense-Oligonukleotide testen, die darauf ausgelegt sind, die SYF2-Spiegel in Zellen zu senken..
Acurastem hat von Target ALS einen Forschungszuschuss erhalten, um potenzielle Therapien für die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zu entwickeln, die auf SYF2 abzielen, ein Protein, das an der Regulierung der TDP-43-Funktion beteiligt ist
Auffälligkeiten im TDP-43-Protein sind ein Markenzeichen von ALS und spielen eine zentrale Rolle in der zugrunde liegenden Biologie der Krankheit. Da TDP-43-Dysfunktion in der überwiegenden Mehrheit der ALS-Fälle auftritt, könnten SYF2-gezielte Ansätze potenziell vielen Menschen mit dieser Erkrankung zugutekommen.
Das zweijährige Projekt, mit dem Titel “Advancing SYF2 Antisense Oligonucleotides to Restore TDP-43 Function”, wird in Zusammenarbeit mit Forschern der Johns Hopkins University und der Mayo Clinic in Jacksonville, Florida, durchgeführt. Finanzielle Details des Zuschusses wurden in der Bekanntmachung nicht erwähnt.
“Für die meisten Menschen mit ALS wird die Krankheit durch die Funktionsstörung von TDP–43 verursacht, aber es gibt immer noch keine wirksamen Behandlungen, die auf diesen zentralen krankheitsauslösenden Mechanismus abzielen,” sagte Sam Alworth, Mitbegründer und CEO von Acurastem, in einer Unternehmenspressemitteilung. “Dieses Projekt wird unser Verständnis der SYF2-Biologie beschleunigen und die Grundlage für zukünftige SYF2-gezielte Medikamente legen.”
Verständnis von TDP-43 und seiner Rolle im ALS
ALS ist durch den fortschreitenden Verlust von Motoneuronen – Nervenzellen, die willkürliche Bewegungen steuern – gekennzeichnet. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten sammeln sich in diesen Zellen toxische Klumpen des TDP-43-Proteins an, ein typisches Merkmal der Krankheit.
Unter normalen Umständen befindet sich TDP-43 im Zellkern, wo die DNA gespeichert ist, und unterstützt die Verarbeitung der Boten-RNA (mRNA), die die für die Proteinproduktion erforderlichen genetischen Anweisungen enthält.
Bei ALS hingegen wird TDP-43 fehllokalisiert und bildet toxische Aggregate im Zytoplasma, der Flüssigkeit außerhalb des Zellkerns. Dies stört die normale RNA-Verarbeitung und ist mit Schäden an Motoneuronen verbunden.
Jüngste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass SYF2, ein Protein, das ebenfalls an der RNA-Verarbeitung beteiligt ist, eine wichtige Rolle bei der Regulierung der TDP-43-Aktivität spielt. In Labormodellen konnte nachgewiesen werden, dass eine Senkung der SYF2-Konzentration dazu beiträgt, die normale TDP-43-Aktivität wiederherzustellen und Anzeichen einer Neurodegeneration zu verringern.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Therapien, die auf SYF2 abzielen, ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung von TDP-43-bezogenen Krankheitsmechanismen bei ALS darstellen könnten.
Im Rahmen eines neuen Projekts werden auf SYF2 abzielende ALS-Therapien getestet
Das neu geförderte Projekt wird diesen Ansatz unter Verwendung von Antisense-Oligonukleotiden untersuchen. Diese kurze Strängen genetischen Materials, sind so konzipiert, dass sie an eine bestimmte mRNA binden und die Produktion des entsprechenden Proteins blockieren. In diesem Fall sind die ASOs so konzipiert, dass sie an die SYF2-mRNA binden und die Menge des produzierten SYF2-Proteins verringern.
Die Arbeit wird Fachwissen mehrerer Gruppen bündeln. Ein Team unter der Leitung von Philip Wong, PhD, an der Johns Hopkins University wird TDP-43-abhängige RNA-Splicing (wie Gene zu Proteinen verarbeitet werden) untersuchen und dabei helfen, potenzielle Flüssigkeitsbiomarker zu identifizieren. Unterdessen werden Wilfried Rossoll, PhD, von der Mayo Clinic Jacksonville, und sein Team sich auf Proteomik und Neuroproteostase (wie Zellen gesunde Proteine erhalten) im Zusammenhang mit der TDP-43-Proteinopathie konzentrieren.
Acurastem wird seine aus Patienten gewonnenen Motoneuronenmodelle sowie seine gegen SYF2 gerichteten Antisense-Oligonukleotide einbringen. Mithilfe seiner iNeuroRx-Plattform – einem patientenbasierten System, das auf Zellen von ALS-Patienten basiert – ist das Unternehmen in der Lage, zentrale Merkmale der Krankheit im Labor nachzubilden, sodass Forscher potenzielle Therapien testen können.
Das Unternehmen entwickelt außerdem weitere Antisense-Therapien für ALS, darunter AS-241, eine Therapie, die dazu dient, die normale Funktion von UNC13A – ein Protein, dessen Aktivität gestört wird, wenn TDP-43 nicht richtig funktioniert – wiederherzustellen.
Übersetzung: Marijke Praet
Quelle: ALS News Today
