13. März 2026
Ein internationales Team unter Leitung von Wissenschaftlern des VIB und der Universität Antwerpen hat kürzlich einen wichtigen genetischen Faktor entdeckt, der das Risiko auf die Entwicklung einer seltenen Form von Frontotemporaler Demenz erhöht. Diese Entdeckung, publiziert in Nature Genetics, würde die Diagnose verbessern können und den Weg für neue therapeutische Annäherungen für diese immer noch schlecht verstandenen Formen von Demenz ebnen.

Die Forschung zu Demenz hat gerade einen neuen Meilenstein erreicht. Wissenschaftler des VIB und der Universität Antwerpen, die an der Spitze einer internationalen Konsortium stehen, haben einen wichtigen genetischen Faktor identifiziert, die mit einem seltenen Subtyp von Frontotemporaler Demenz namens aFTLD-U assoziiert ist. Ihre Ergebnisse, publiziert in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Genetics, haben Licht auf die biologischen Mechanismen geworfen, die dieser neurodegenerativen Krankheit zugrunde liegen.
Frontotemporale Demenz (FTD) ist weniger bekannt als die Alzheimer-Krankheit, aber formt doch einer der wichtigsten Ursachen von Demenz bei jüngeren Leuten. Im Gegensatz zu Alzheimer, der hauptsächlich die Speicherfunktionen angreift, greift FTD hauptsächlich die Gehirngebiete an, die zuständig für Verhalten, Persönlichkeit, Sprache und Beschlussfassung sind.
Eine Krankheit, die oft zu spät diagnostiziert wurde
Das Besondere an dieser Krankheit ist die Natur der ersten Symptome, die irreführend sein können. Verhaltensänderungen oder Persönlichkeitsstörungen wurden oft als psychische Probleme oder Arbeitsstress interpretiert.
„Frontotemporale Demenz trifft oft Leute, die noch berufsmäßig aktiv sind. Weil die frühe Symptome „Persönlichkeitsänderungen“ oder Stress gleichen können, kann der Weg zu der Diagnose lang sein“, erklärt Prof. Rosa Rademakers des VIB-UAntwerp Centrum voor Moleculaire Neurologie.
Diese Verzögerung in der Diagnose bleibt nicht ohne Folgen. „Nach Verlauf von Zeit können Karrieren und persönliche Beziehungen ernstlich angegriffen werden“, fährt die Forscherin fort.
In diesem Kontext ist ein besseres Verständnis der biologischen Mechanismen der Krankheit von entscheidender Bedeutung, sowohl für die Patienten als für ihre Mitmenschen.
Ein seltener Subtyp, der schwierig zu untersuchen ist
Frontotemporale Demenz ist nicht nur eine Krankheit, sondern eine Sammlung von neurodegenerativen Krankheiten mit verschiedenen Kennzeichnen. Eine davon ist der besonders seltene Subtyp aFTLD-U.
Diese Seltenheit bildet eine große Herausforderung für Forscher. Um diesen Krankheitstyp zu untersuchen, muss nämlich eine genügende Anzahl sammelt werden, um die beteiligten genetischen oder biologischen Faktoren identifizieren zu können.
„Weil dieser Subtyp so selten ist, war es in der Vergangenheit schwierig, ihn in großem Maßstab zu untersuchen“, betont Rosa Rademakers.
Um dieses Hindernis zu umgehen, haben die Forscher eine internationale Zusammenarbeit erstellt, um genetische Daten von verschiedenen Patientenkohorten zu sammeln. Diese Arbeitsweise hat es ermöglicht, einen genetischen Faktor zu identifizieren, der das Risiko auf die Entwicklung dieser spezifischen Form von Demenz erheblich erhöht.
Auf dem Weg zu einer gezielteren Medizin
Außer der Identifizierung eines neuen Risikofaktors trägt diese Entdeckung zu einem besseren Unterschied zwischen den Subtypen von Frontotemporaler Demenz bei. Das ist ein wesentlicher Schritt in der Entwicklung von gezielten Behandlungen.
„Unterscheidung dieser Subtypen wird stets wichtiger, weil sie unterschiedlich auf Therapien reagieren können“, fährt Professorin Rosa Rademarkers fort.
Mit anderen Worten, eine bessere genetische Erkenntnis würde es auf Termin ermöglichen, die Behandlungsstrategien an die spezifischen biologischen Kennzeichnen jeder Form der Krankheit an zu passen. Eine Entwicklung, die in dem derzeitigen Trend zu einer personalisierteren Medizin passt.
Hoffnung für die beteiligten Familien
Für Vereinigungen und Stiftungen, die sich für Forschung zu Demenz einsetzen, bedeutet diese Entdeckung ein wichtiger Schritt vorwärts.
„Diese Entdeckungen sind ein wirklicher Sieg in dem Kampf gegen seltene Forme von Demenz und bieten konkreter Hoffnung für die betroffenen Familien, indem sie den Weg zu frühen Diagnosen und innovativen Behandlungen beschleunigen“, sagt Lucie Leroux, Verantwortliche bei Stop Alzheimer, die Stiftung für Forschung zu Alzheimer und verwandten Krankheiten in Belgien.
Übersetzung: Siebren Poets
Quelle: Mediquality
