10. Juni 2026
Forscher werden KI nutzen, um Zellen zu untersuchen und potenzielle Therapieziele zu identifizieren
- Stanford erhielt einen Zuschuss in Höhe von 13 Millionen Dollar, um bisher unbekannte genetische Ursachen für ALS aufzudecken.
- Die Forscher werden mithilfe von KI und fortschrittlichen genetischen Analysen neue genetische Faktoren identifizieren.
- Ziel ist es neue genetische Ansatzpunkte für die Entwicklung künftiger ALS-Therapien zu finden.
Ein Team der Stanford University hat eine Förderung in Höhe von 13 Millionen Dollar erhalten, um bisher unbekannte genetische Ursachen der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) aufzudecken, mit dem Ziel, Ansatzpunkte für künftige Therapien zu identifizieren.
Der Zuschuss, der vom California Institute for Regenerative Medicine (CIRM) an ein Team unter der Leitung des Stanford-Genetikprofessors Michael Snyder, PhD, vergeben wird, unterstützt ein Projekt, das künstliche Intelligenz (KI) mit fortschrittlicher genetischer Analyse kombiniert, um genetische Faktoren zu suchen, die an ALS beteiligt sind.
“Ich freue mich sehr, weil wir eine wunderbare Kombination aus neuen KI-basierten Ansätzen, die vor einem Jahr noch undenkbar waren, und einem großartigen Team aus Experten verschiedener Fachrichtungen zusammenstellen, um ein schwieriges Problem anzugehen“, sagte Snyder in einem Artikel der Universitätsnachrichten.
ALS ist eine fortschreitende, neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Motoneuronen, den Nervenzellen, die die Muskelbewegung steuern, gekennzeichnet ist. Mit dem Absterben dieser Zellen werden die Muskeln zunehmend schwächer, und Menschen mit ALS verlieren allmählich die Fähigkeit zu gehen, zu sprechen, zu schlucken und schließlich eigenständig zu atmen.
Forscher untersuchen Gene und DNA
Obwohl Forscher mehrere genetische Mutationen identifiziert haben, die das Risiko erhöhen, an ALS zu entwickeln, treten diese Mutationen nur bei einer Minderheit der Patienten auf. Die überwiegende Mehrheit der Fälle hat keine bekannte Ursache.
Laut Snyder sind diese Fälle wahrscheinlich eher auf ein komplexes Zusammenspiel mehrerer genetischer Veränderungen und Umweltfaktoren zurückzuführen als auf eine einzelne krankheitsverursachende Mutation.
Snyder und sein Team werden neu entwickelte, KI-basierte Methoden einsetzen, um das Erbgut von Menschen mit und ohne ALS zu vergleichen und so bisher unbekannte genetische Einflussfaktoren zu identifizieren. Außerdem werden sie regulatorische DNA-Bereiche untersuchen, die dazu beitragen, zu steuern, welche Gene in den Zellen ein- oder ausgeschaltet werden..
Die Analysen des Teams konzentrieren sich auf mehrere Zelltypen. Neben den Motoneuronen, den Nervenzellen, die bei ALS verloren gehen, werden die Wissenschaftler auch andere Hirnzellen untersuchen, da verschiedene Gene bei unterschiedlichen Zelltypen zur Krankheit beitragen können.
Die Forscher werden vielversprechende genetische Zielstrukturen in einem Zellmodell der ALS untersuchen, um festzustellen, ob eine Veränderung dieser Gene krankheitsbezogene Merkmale beeinflusst, und so herauszufinden, ob sie eine direkte Rolle bei der Erkrankung spielen.
Snyder sagte, der Ansatz habe bereits ein Gen identifiziert, das zuvor nicht mit ALS in Verbindung gebracht wurde, und das Team hofft, viele weitere zu entdecken.
„Man sollte nicht alles auf eine Karte setzen, sondern hoffentlich weitere Gene dieser Art finden“, sagte Snyder.
Durch die Identifizierung neuer Gene und regulatorischer DNA-Regionen, die mit ALS verbunden sind, hoffen die Forscher, den Wissenschaftlern eine breitere Palette potenzieller therapeutischer Ziele zu bieten. Das Team plant, seine Ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen, damit andere Forscher auf der Arbeit aufbauen und die Entwicklung neuer ALS-Behandlungen beschleunigen können..
Quelle: ALS News Today
Übersetzung: Marijke Praet
