11. Juni 2026

Das Universitätsklinikum Löwen (UZ Leuven) ist das erste Krankenhaus weltweit, das den neuen NeuroExplorer PET-Scanner in der täglichen klinischen Praxis einsetzt – eine Entwicklung, von der Forscher glauben, dass sie neurologische Erkrankungen Jahre vor dem Auftreten der Symptome erkennen kann.
Laut Prof. Dr. Koen Van Laere, Leiter der Nuklearmedizin an der UZ Leuven und dort auch Vorsitzender der Abteilung für Bildgebung und Pathologie, könnte der Scanner die Frühdiagnose von Erkrankungen wie Parkinson, amyotropher Lateralsklerose und Demenz verbessern.
Schärfere Darstellung des Gehirns
Der NeuroExplorer bietet eine Auflösung, die bis zu zwanzigmal höher ist als herkömmliche PET-Scanner und ermöglicht es Ärzten, biologische und chemische Prozesse im Gehirn mit schwach radioaktiven Tracern mit beispielloser Detailgenauigkeit viualisieren.
„Der Unterschied in der Schärfe lässt sich mit einer kurzsichtigen Person vergleichen, die zum ersten Mal eine Brille aufsetzt“, sagte Van Laere. „Wir sehen jetzt Hirnanomalien in sehr kleinen Hirnkernen und im Hirnstamm, was mit keiner anderen Bildgebungstechnik möglich war.“
Forscher sagen, die Technologie könnte helfen, neue Biomarker für neurologische und psychiatrische Erkrankungen zu identifizieren und gleichzeitig das Verständnis dafür zu verbessern, wie Medikamente ihre Ziele im Gehirn erreichen und beeinflussen.
Anwendungsmöglichkeiten für neurologische und psychiatrische Erkrankungen
Der Scanner wurde bereits in einer klinischen Studie mit Patienten mit Demenz, Bewegungsstörungen, Hypophysentumoren, Kopf- und Halskrebs sowie vaskulärer Entzündung getestet. Laut UZ Leuven deuten die ersten Ergebnisse auf einen zusätzlichen diagnostischen Wert hin, auch für neurochirurgische Eingriffe.
„Von nun an werden wir das Gerät nutzen, um Gehirnbereiche zu untersuchen, die an Bewegung und Gedächtnis beteiligt sind, aber auch an Motivation, Stimmung und Schlaf“, sagt Van Laere. „Auch bei Parkinson und Demenz können wir frühe Prozesse in den betroffenen Hirnkernen und deren Verbindungen viel genauer untersuchen und überwachen.“
Er wies auch auf mögliche Anwendungen in der Psychiatrie hin, einschließlich der Forschung zur beeinträchtigten Informationsverarbeitung bei Störungen wie Schizophrenie.
Obwohl weltweit bereits mehr als 30 Forschungszentren den NeuroExplorer für wissenschaftliche Studien nutzen, ist die UZ Leuven die erste Institution, die den Scanner klinisch bei Patienten einsetzt. Das Gerät wurde von United Imaging Healthcare entwickelt.
Übersetzung: Marijke Praet
Quelle: Belga News
