15. September 2026
Die Post-hoc-Analyse zeigt eine deutliche Verringerung der Abnahmerate des ALSFRS-R-Werts im Vergleich zum Placebo in Woche 6; diese hält bei der Nachbeobachtung nach 4 Monaten an
- Zielengagement bestätigt durch signifikante Reduktion von Plasma Claudin-5, was den Wiederherstellungsprozess an der Blut-Hirn-Schranke unterstützt.
- Gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil bei ALS-Patienten
- Die Ergebnisse unterstützen die Fortsetzung der klinischen Entwicklung von NX210c
Axoltis Pharma, ein Biotechnologieunternehmen, das sich der Entwicklung neuartiger therapeutischer Lösungen für neurodegenerative Erkrankungen widmet, gab die wichtigsten Ergebnisse von SEALS bekannt, seiner klinischen Phase-2-Studie zur Bewertung der Wirkung von NX210c bei Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS).
Dieser Arzneikandidat weist drei Eigenschaften auf, die für die Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen relevant sind: Wiederherstellung der Blut-Hirn-Schranke (BHS), Neuroprotektion und Verbesserung der Neurotransmission.
Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 wurden 82 ALS-Patienten aus 16 französischen klinischen Zentren in die SEALS-Studie aufgenommen. Die Patienten wurden nach niedrigen bzw. hohen Serumkonzentrationen von neurofilament light chain (NfL) (oder Neurofilamenten-Leichtkette) stratifiziert und randomisiert (3:3:2) auf drei Arme, um entweder NX210c in einer von zwei Dosierungen (5 mg/kg oder 10 mg/kg) oder ein Placebo zu erhalten, das über einen Zeitraum von vier Wochen dreimal wöchentlich als 10-minütige intravenöse Infusion verabreicht wurde.
Während NX210c den primären Endpunkt – die Veränderung des NfL-Spiegels oder des Albumin-Quotienten zwischen Liquor und Blut (Qalb) vom Ausgangswert bis zur sechsten Woche – nicht erreichte, wurden bei den sekundären und explorativen Parametern durchgehend positive Trends beobachtet. In Post-hoc-Analysen zeigte sich, dass die Rate des Funktionsverlusts – gemessen anhand der Steigung der „Harmonized Revised Amyotrophic Lateral Sclerosis Functional Rating Scale“ (ALSFRS-R) – im Vergleich zu Placebo bis zur sechsten Woche deutlich verringert war (-0,67 Punkte/Monat in der 5-mg/kg-Gruppe, -0,9 in der 10-mg/kg-Gruppe und -1,14 in der Placebo-Gruppe; dies entspricht einer durchschnittlichen Verringerung um 41 % bei 5 mg/kg und 21 % bei 10 mg/kg). Dieser Effekt war in der zehnten Woche durchgehend stärker ausgeprägt (-0,77 Punkte/Monat in der 5-mg/kg-Gruppe, -1,06 in der 10-mg/kg-Gruppe und -1,57 in der Placebo-Gruppe; dies entspricht einer durchschnittlichen Verringerung um 51 % bei 5 mg/kg [p < 0,05] und 32 % bei 10 mg/kg). Die Wirkung auf die Abnahmerate hielt auch im 4. Monat an (-1,01 Punkte/Monat für den Arm mit 5 mg/kg, -1,08 für den Arm mit 10 mg/kg und -1,59 für das Placebo, was einer durchschnittlichen Verringerung von 36 % für 5 mg/kg und 32 % bei 10 mg/kg).
Die Vorteile wurden insbesondere in der Subskala der motorischen Funktionen beobachtet, mit einer durchschnittlichen Reduktion von etwa 64 % bei 5 mg/kg, p<0,05, und 33 % bei 10 mg/kg in den Wochen 6 und 10, und waren auch im Monat 4 noch sichtbar, mit einer durchschnittlichen Verringerung von 42 % bei 5 mg/kg und 18 % bei 10 mg/kg.
Der Rückgang der Subskala „Atemwege“ war zudem in Woche 10 deutlich abgeschwächt, mit einer durchschnittlichen Reduktion von 59 % bei 5 mg/kg und 91 % bei 10 mg/kg (p = 0,066), sowie im 4. Monat mit einer durchschnittlichen Reduktion von 53 % bei 5 mg/kg und 84 % bei 10 mg/kg (p < 0,05). In Woche 6 wurde ein Trend zu einer Dosis-Wirkungs-Beziehung beim Serum-NfL beobachtet, der im 4. Monat noch ausgeprägter war. Im demselben Monat wiesen 25,4 % der Patienten in den aktiven Dosisgruppen eine Abnahme des Serum-NfL um mehr als 10 % gegenüber dem Wert vor der Dosierung auf, während dies nur bei 11,8 % der
Die prozentuale Veränderung des Plasma-Claudin-5-Spiegels gegenüber dem Ausgangswert vor der Dosisgabe – einem residenten Tight-Junction-Protein, das hauptsächlich in den Endothelzellen der neurovaskulären Einheit exprimiert wird und als Schutzmechanismus der Blut-Hirn-Schranke fungiert – war in der 10-mg/kg-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe am Ende der Behandlung signifikant reduziert (p < 0,001), wobei ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang bestand. Dieser Effekt blieb auch nach vier Monaten bestehen (p = 0,069 für die 10-mg/kg-Gruppe). Claudin-5 wird bei einer Störung der Blut-Hirn-Schranke in den Blutkreislauf freigesetzt. Daher dient die Beobachtung eines Rückgangs seiner Konzentrationen im Blutkreislauf als vielversprechender Indikator für die Wiederherstellung der Barrierefunktion.
Die SEALS-Studie bestätigte das gute Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von NX210c bei ALS-Patienten ohne Arzneimittelakkumulation und pharmakologische Parameter wurden bereits in Phase 1 beobachtet.
„Diese Ergebnisse sind vielversprechend und tragen dazu bei, Beweise zu generieren, dass die Eigenschaften von NX210c bei neurodegenerativen Erkrankungen, insbesondere ALS, vorteilhaft sind. Diese Erkenntnisse unterstützen den Fortschritt von NX210c in die nächsten Phasen der klinischen Entwicklung. Wir sind allen Patienten, die an der SEALS-Studie teilgenommen haben, ihren Betreuern, den Forschern und ihrem Team, den Dienstleistern sowie unserem Team sehr dankbar“, sagte Dr. Annette Janus, Neurologin und Chief Medical Officer bei Axoltis Pharma.
„Die beobachtete Wirkung von NX210c bei der Senkung des Claudin-5-Spiegels im Plasma eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz von NX210c zur Behandlung eines breiten Spektrums von Indikationen, bei denen eine Dysfunktion der Blut-Hirn-Schranke vorliegt – darunter Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose“, sagte Yann Godfrin, CEO von Axoltis.
Axoltis untersucht die nächsten klinischen Schritte für NX210c bei ALS. Zusätzliche Analysen sind im Gange, einschließlich einer 10-monatigen Nachverfolgung der Patienten, der PKPD-Beziehung, um das potenziell optimale Regime der Behandlungswiederholung zu ermitteln, das die klinischen Wirkungen aufrechterhalten kann.
„Diese Ergebnisse stellen einen wichtigen Meilenstein für Axoltis dar und bilden eine solide Grundlage für die nächsten Phasen der klinischen Entwicklung“, sagte Dr. Gilles Avenard, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Axoltis. „Wir werden uns mit den Gesundheitsbehörden abstimmen, um einen klaren und effizienten Entwicklungspfad festzulegen und die am besten geeigneten nächsten Schritte zu bestimmen.“
„Die Durchführung der klinischen Studie SEALS war dank der Netzwerke FILSLAN (Filière de Santé Maladies Rares SLA et Maladies du Neurone Moteur) und ACT4ALS/MND, der unschätzbaren Unterstützung von ARSLA, Les Invincibles, der Swiss ALS Foundation, der Region Auvergne-Rhône-Alpes und Bpifrance sowie der Rückendeckung durch die Investoren von Axoltis ein Erfolg. Wir sind ihnen allen zutiefst dankbar“, fügte Dr. Godfrin hinzu.
Über NX210c
Axoltis entwickelt NX210c, ein zyklisches Peptid aus 12 Aminosäuren, das auf der am stärksten konservierten und am häufigsten wiederholten Sequenz des SCO-Spondins basiert, einem Glykoprotein, das eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems während der Embryogenese spielt.
NX210c ist ein neuartiger Arzneikandidaten für neurodegenerative oder traumaassoziierte Erkrankungen, mit Eigenschaften zur Reparatur der Blut-Hirn-Schranke, neuroprotektiven Effekten und zur Verbesserung der Neurotransmission. NX210c ist durch acht Patente geschützt, die vollständig im Besitz von Axoltis Pharma sind, einschließlich der Zusammensetzung, die in mehreren Ländern abgedeckt ist.
Die FDA und die EMA haben NX210c in der ALS die Orphan Drug Designation erteilt.
Im Jahr 2023 zeigten die Sicherheitsdaten, die in einer Phase-1b-Studie mit mehrfachen aufsteigenden Dosen gesammelt wurden, dass NX210c gut verträglich ist. Die vollständigen Ergebnisse von SEALS, einer Phase-2-Studie bei ALS-Patienten, werden bis Ende 2026 erwartet.
Quelle: Axoltis website
Übersetzung: Viviane
